Radreise Tagebuch

Wellness Survival Tour mit Wild Camping am Strand – Viele Bilder

Heute überschütte ich euch mal mit richtig vielen Bildern. Bin seit langen wieder über 80 Km an einem Stück gefahren. Bis auf die letzten 10 Kilometer (Herzkasper-Alarm)  war es ein wirklich cooler Tag.

Und hier verbrachte ich die letzten 3 Tage. Grüner gehts kaum, und nur ein paar hundert Meter von den Kreidefelsen entfernt. Es war ein ziemlich cooler Campingplatz (8€), mit der bislang besten Dusche. Ich meine, die Klos und Duschen sahen aus wie Anno 1950 Nachkriegszeit. Aber ich mag solch ein, zum Teil verkommenes Ambiente :-). Hauptsache die Brause hat genug Power und lässt sich feinjustieren. Na dann Adios, und weiter geht’s.

Kaum gestartet, kam schon eine Mammutsteigung. Die ersten ein paar Kilometer mussten hart erklettert werden. Nach 3 Tagen des faulenzens, ist wieder mal die Kondition verpufft, und muss sich wieder neu antrainieren. Da die Gänge wieder funktionierten, war somit schon der halbe Tag gerettet.

Das heutige Höhenprofil sah gar nicht mal so übel aus. Fast schon eine Tour in Richtung Wellness. Doch wie immer, steckte auch hier der Teufel wieder im Detail.

Keine Ahnung warum Treppen neuerdings als Radweg gelten, aber diese hier, wäre ich fast samt Bike heruntergepurzelt.

In der Stadt namens Le Havre, suchte ich nach einen Free Mobile Laden. Dort gibt es nämlich 50GB Prepaidkarten für nur 30€, und absolut unglaubliche 100GB für 50€.

Kaum fand ich diesen Laden, so musste ich ihn zutiefst enttäuscht wieder verlassen. Diese Prepaid-Angebote kann man nämlich nur mit einer französischen Kreditkarte bezahlen. Wie auch deren restliches Sortiment. So ein Shit.

Doch der Weg dorthin war trotz allem nicht umsonst. Die Stadt nämlich, zog mich gleich in ihren Bann. Die dortige Architektur und dessen mystische Atmosphere waren neu, auf der bisherigen Radreise. Ich fuhr dort fast wie ferngesteuert, in Zeitlupe oder einer Art Hypnose, durch die Straßen.

Überall dort war so eigenartig friedlich. Die Leute wirkten sehr entspannt und es gab keine Hektik auf den Straßen. Alles super geordnet, als wüsste jeder, was zu tun ist :-).

Der Imperator mit Kapuze, durfte hier natürlich auch nicht fehlen :-).

Die erste Hälfte meiner Strecke hatte ich nun hinter mir. Bald endeten auch die Pseudo-Fahrradwege, und ich musste rüber auf die Bundestraße. Dort fuhren fast nur LKWs, und um ein Haar hätte einer mich erwischt. Der hatte es besonders eilig, und scherte sich einen Dreck was hinter ihm geschah. Beim Abbiegen hätte mich sein Auflieger beinahe mitgerissen. Das Glück ist mit den Doofen :-). Nach diesen Schreckmoment suchte ich mir einen neuen Weg. Der führte mich dann sicher bis zur…geilen Achterbahn-Brücke.

Decathlon. Immer da, wenn man ihn gerade nicht braucht.

Meine kreative Wasserkühlung. Socken über die Flaschen stülpen und Wasser drüberkippen. Den Rest erledigt dann der Fahrtwind.

Ist das nicht ein elegantes Bauwerk? Und dazu so schön gebogen…Okay, dann mal in die Hände gespuckt und ab geht der Peter.

Oben, ein Schnappschuss mit der 75mm Linse, und unten der selbe Shot mit 18mm. Das Samyang Objektiv produziert einen krassen Weitwinkel, nicht wahr?

An der Spitze angelangt, musste ich erstmal Luft holen.

Puuh, dort war es ganz schön windig. Beim fahren schaute ich paar mal zur Seite, und hätte dabei fast das Gleichgewicht verloren. Als würde ich auf einem Drahtseil fahren. Runter ging es dann mit 60 Sachen.

Das nächste Örtchen namens Honfleur, hatte was von Harry Potter. Die ganze Stadt sah aus wie eine Kulisse. Trotz der Schönheit, fuhr ich schnell durch, da es mir dort zu voll war. Naja, schnell ist relativ. Eigentlich ging es nur Bergauf.

Auf einer Tour durch Frankreich, in meinem Fall der Küste entlang, wird einem fast nie langweilig. Holland und Belgien waren in Ordnung. Frankreich jedoch ist schon etwas ganz besonderes. Die Höhenprofile sind ziemlich hart, dafür Eindrücke umso schöner. Ich freue mich schon sehr auf Spanien, dort gibt es scheinbar überhaupt keine geraden.

Ausgemerzt und ohne Proviant an Bord, war es Zeit, unbedingt mal nachzutanken. Der nächste Laden war nur 7 Km entfernt, doch diese Kilometers hatten es dann in sich.

Wie zuvor schon angedeutet, kommt das beste fast immer zum Schluss. Komoot nämlich, fügte mir mit diesen letzten Streckenabschnitt, so einen unvorstellbaren Schmerz zu, den ich ihm so schnell nicht verzeihen werde :-).

Richtiger Ironman Survival Trek. Das Foto unten sieht aus, als könnte diesen Weg auch meine Oma managen. Aber dieser MoFo wollte nicht mehr aufhören und wurde nur noch steiler :-). Ein Momente, an dem ich dachte, Mensch du bist zu alt für diesen Scheiß. Doch die Rechnung ist eigentlich ganz einfach: Wenn der Bauer zu dumm ist und nicht genug frisst, dann kriegt er unterwegs so richtig einen über die Mütze. No Calories –  no Power.

Genug geheult, auch dieser Berg wurde erobert. Mit mega Pin ging es wieder runter. Es war knapp 21 Uhr. Perfekte Zeit, um sich mal nach einem Schlafplatz umzuschauen.

Oben, Shot mit 75mm, unten der selbe mit dem Samyang 18mm Objektiv.

Ich habe drei Schlafplatz-Hotspots abgecheckt. Mitten auf nem Schulgelände, irgendwo im Park, oder einfach direkt am Strand. Ich entschied mich Stumpf am Strand, hinter den Umkleidekabinen mein Zelt aufzuschlagen. Dort war ich nicht ganz unbemerkt, aber der Spot war schön Windstill.

Ich packte mich grob aus, machte auf die schnelle Nudeln ohne Wasser und blickte Richtung Sonnenuntergang. Wollte mit meinem Laptoplicht kein Aufsehen erregen und ging zum ersten Mal, ganz human, verhältnismäßig früh ins Bett, und schlief feste, wie ein Murmeltier.

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